Mit dem Revenge From Mars wollte Williams eine neue Generation Flipper lancieren. Das Pinball2000 System ist nach der Meinung von vielen die grösste Flipper Innovation seit der Einführung des DOT MATRIX Displays - und sicher auch die umstrittenste... Nachdem der Flipperabsatz gegen Anfang der 90er Jahre mit Einführung des DOT Matrix Displays in lange vermisste Dimensionen zurückkehrte (mehrere WMS Geräte pro Jahr, jedes mit Stückzahlen über 10000), fiel der Absatz gegen Mitte der 90er wieder stark ab. Williams suchte nach Innovationen, um den Absatz von Flippern wieder in die Grössenordnungen von Addams Family (22000) oder Terminator (15000) zu bringen. Da ja der Pinball Circus leider nicht über das Prototyp-Stadium hinauskam und auch das versetzte DOTM Display des Cirqus Voltaire keinen Durchbruch brachte, wurde 1998 ein Team der besten Williams-Entwickler daran gesetzt, den Pinballs zu retten.
Er kam auf die geniale Idee, den Kombinationsspiegel einzusetzen. Nach Vorführung eines Prototyps (Amiga Computer, NGG Proto-Spielfläche) konnte die Idee auch das gesamte Team überzeugen. Es wurde nun fieberhaft an vielen Details entwickelt und die Geräte SWE1 (Star Wars Episode 1) und RFM (Revenge From Mars) liefen in parallelen Teams ihrer Fertigstellung entgegen. So wurde im Dezember 1998 die erste Serie von RFM Prototypen gebaut, die dann im Januar 1999 auf der ATEI in London der begeisterten Öffentlichkeit gezeigt wurden. In Europa hatte Pinball2000 einen durchschlagenden Erfolg. In den USA wurde Pinball2000 erst mit dem SWE1 (Star Wars Episode 1) grösser vermarktet, der aber leider spät nach dem Film kam und auch nicht mit genügend Marketing angepriesen wurde. So kam es wie es kommen musste.... trotz ca. 9000 verkauften RFM und 5200 verkauften SWE1 entschied die Firmenleitung von Williams auf das Ende der Bally/Wms Flipperproduktion. Hauptgrund war, dass der Verkauf im Heimatland nicht die gewünschten Dimensionen erreicht hatte. Der Gesamtabsatz war zwar gut, konnte aber nicht die Werte der frühen 90er erreichen. So schafften es die beiden nächsten Pinball2000 Geräte nicht mehr ins Produktstadium, der WIZARD BLOCKS von Pat Lawlor und der PLAYBOY - schade, wo doch die Interaktion des Spiels mit dem Videobild beim Wizard Blocks deutlich besser sein soll als bei SWE1 und RFM.
Dieser erste Bally-Williams Flipper mit der neuen Pinball-2000 Technik und zugleich letzte Bally Flipper ist eine gelungene Mischung aus Flippergerät und Videospiel. Im Kopfteil befindet sich statt des alten Dot-Matrix Displays ein Monitor, der ein dreidimensionales 'Hologramm' auf die Spielfläche projiziert. Durch das Anspielen der verschiedenen Kontakte und Rampen wird das Bild beeinflusst, so dass der Eindruck einer virtuellen Welt entsteht, die das Ganze zu einem Erlebnis der Superlative macht. Daneben beherscht 'Revenge of Mars' natürlich auch die alten Flippertugenden wie Multiball, Bumper, Kugellauf usw.
"Love it or hate it" - dieser Flipper polarisiert wir kein anderer Pin. Für die einen ist das integrierte Video-Game genial. Die Mischung aus Arcade und Flippern hat seinen Reiz. Genau das bemängeln die anderen Spieler. Es sei kein Flippern mehr und das Spiel verkomme zu einem Kinder Game.